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Lackieren

Lackieren – Die Königsdisziplin des Malers

14. September 2018 by von Kalben

„Maler- und Lackierermeister“ heißen wir Maler, wenn wir die Meisterprüfung abgelegt haben, einen eigenen Betrieb gründen und selbst ausbilden dürfen. Die meisten Aufträge, die wir dann erhalten, sind Maleraufträge: Wir streichen Wände, Böden, Decken, Fassaden, wir tapezieren, versiegeln und gestalten. Darüber vergisst man schnell eine ganz eigene Welt, nämlich die des Lackierens. Lackieren ist eine Kunst für sich. Und auch wenn jeder Maler sie lernt, findet man richtig gute Lackierer nicht an jeder Straßenecke. Warum? Weil Lack wenig Fehler verzeiht.

„Wenn es nicht stinkt, ist es auch nichts.“ Das war viele Jahre der Wahlspruch der Maler und Lackierer. Denn in allen Farben waren früher intensiv riechende Lösemittel enthalten – vor allem im Lack. Lackieren war in geduldige Kleinarbeit: der Lack wurde mit Pinseln auf die Oberflächen aufgetragen oder aus Dosen gesprüht. Solche Lacke waren dankbar in der Verarbeitung, sie konnte man noch lange korrigieren, denn sie trockneten sehr langsam. „Vorsicht, frisch gestrichen“ sagten die Schilder, die man dann aufstellte. Und tatsächlich: Wer sich mit einem hellen Sommerjackett an eine frisch lackierte Türzarge lehnte, konnte sicher sein, dass er den farbenfrohen Streifen nie wieder wegbekam.

Lackieren mit Acryllack auf Wasserbasis

Diese Lacke sind heute weitgehend verschwunden. „Heute werden fast alle Lacke auf Wasser- und Acrylbasis hergestellt“, erläutert Teamleiter Martin Sodt: „Das liegt daran, dass lösungsmittelhaltige Lacke sehr umweltschädlich sind –in der Herstellung, in der Verarbeitung und in der Entsorgung.“ Warum Maler die Wasserlöslichen nicht mochten? Sodt: „Das liegt an der anspruchsvolleren Verarbeitung: Sie trocknen viel schneller und man kann sie nicht so satt auftragen. Deshalb haben Laien mit ihnen mehr Probleme. Und am Anfang auch so mancher Maler, der sich nicht darauf einlassen wollte.“

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Lackieren ist geduldige Kleinarbeit.

Heute werden Acryllacke immer besser: Das Bild sieht, wenn die Farbe getrocknet ist, praktisch genauso aus, wie das eines klassischen Lacks. Und es gibt sogar schon Zwei-Komponenten-Lacke auf Wasserbasis, die auch hohen Belastungen standhalten – etwa auf Böden oder Treppen. Für das Lackieren brauche man allerdings bessere Werkzeuge, so Sodt: „Klassische Schweineborstenpinsel, wie man sie früher benutzte, reichen nicht mehr. Heute muss man genauer auswählen: hochwertige Pinsel für Feinarbeiten, entsprechende Rollen – aber vor allem wird heute gespritzt.“

 

Spritzen: Nicht einfacher, aber effizienter lackieren

Das Spritzen ist eine neue Disziplin, die mit den wasserbasierten Lacken erst richtig aufgekommen ist. Die Technologie ist gerade erst seit zehn Jahren wirklich in Gebrauch und verbessert sich rasant: Spritzgeräte werden immer kleiner und immer besser handhabbar. Man setzt sie besonders gerne ein, wenn über Kopf gearbeitet wird, etwa bei Dachuntersichten oder Raumdecken. „Mit einem Spritzgerät ist man beim Lackieren viel schneller als mit dem Pinsel“, erklärt Sodt, „und das Bild ist anschließend schöner, weil der Lack sehr gut aufgetragen wird.“ Auch im Neubau oder im Objektbereich könne man Flächen jeder Art, etwa Türen, Türzargen oder Fensterrahmen unkompliziert mit Spritzgeräten lackieren.

https://www.heidecke-maler-koeln.de/wp-content/uploads/2018/09/Dachuntersichten.mp4

Wasserbasierte Lacke werden mit einem Airlessgerät mit integrierte Heizspirale aufgetragen, weil sich der so erwärmte Lack leichter und flüssiger verarbeiten lässt. Bis der Spritznebel auf dem Boden fällt, wird er zu Staub. Diese Maschinen zu bedienen, erfordert allerdings lange Übung und viel Sachverstand. Es gibt allein acht verschiedene Düsen, dazu noch unterschiedliche Verarbeitungstemperaturen und auch die Lacke selbst haben nicht immer die gleichen Eigenschaften. Die Physik spielt hier beim Lackieren immer mit: Wenn man etwa den Druck auf die Düse erhöht, nimmt auch die Viskosität zu. Alle Aspekte müssen fein aufeinander abgestimmt werden.

Auch Böden umweltfreundlich lackieren

Auch die Handhabung eines Spritzgerätes will geübt sein. „Damit der Lack gleichmäßig verteilt wird, darf man in der Bewegung nicht stoppen oder langsamer werden“, erklärt Sodt. „Um einen gleichmäßigen Auftrag zu erreichen, muss man vor der eigentlichen Fläche beginnen. Es ist also im Vergleich zu traditionellen Verfahren nicht gerade einfacher, ein Spritzgerät zu benutzen. Allerdings ist es weniger anstrengend.“ Mittlerweile seien durch die Entwicklung von Zwei-Komponenten Lacken auch beanspruchte Flächen wie Fußböden und Treppen für das Lackieren mit wasserbasierten Produkten geeignet.

Bei allem technischen Fortschritt sollte ein Lackierer trotzdem weiterhin das traditionelle Rollen und Streichen mit Pinsel beherrschen. Denn nicht immer sind die Voraussetzungen für Maschineneinsatz gegeben. Vor allem wenn es um kleine Flächen geht oder wenn Menschen sich im Raum aufhalten (die man ja nicht einnebeln will), zeigt der Maler, wie gut er das klassische Lackieren beherrscht. Denn dann wird wieder gepinselt und gerollt.

Kategorie: kreative Wandgestaltung, Malerarbeiten, Wandanstrich Stichworte: Airlessgerät, HEIDECKE MALERWERKSTÄTTEN, Lack, Lackieren, Spritzen, Spritzgerät

„Wie sieht das denn aus?“ – Sieben Todsünden des Hobbymalers

17. August 2018 by von Kalben

Nicht jeder gibt gerne Geld aus, wenn es um Malen, Lackieren und Tapezieren geht. Mal wird der billigste verfügbare Maler genommen, mal ruft man Bekannte, mal macht der Hobbymaler es gleich selbst. Manchmal schafft das ordentliche Ergebnisse – aber man muss Glück haben. Denn was wir sehen, wenn wir für ästhetische Unfallreparatur gerufen werden, zeigt uns, dass sich viele Hobbymaler überschätzen oder von Firmen mangelhaft bedient werden. Natürlich helfen wir gerne – dafür sind wir ja Profis.

Das Gefühl kennen Sie vielleicht: Stundenlang wurde gearbeitet und am Ende denkt man sich: „Wie sieht das denn aus?“ Ein bisschen streichen, so das gängige Selbstbild des Hobbymalers, kann doch jeder. Und so mancher Bekannter übertreibt schon mal mit der Darstellung seiner Fähigkeiten. Wir haben eine Hitliste mit den sieben häufigsten Situationen aus unserer täglichen Praxis zusammengestellt, wo unsere Hilfe nötig wurde. Besonders ärgerlich: Hätten wir es gleich gemacht, hätte es unseren Auftraggebern Zeit, Ärger und Geld gespart.

  1. Sünde des Hobbymalers: „Komm, wir tapezieren das schnell“

Fast jeder hat schon einmal tapeziert. Gerade wenn man jung ist und seine erste Wohnung bezieht, macht man gern alles selbst – das spart die Rechnung vom Maler. Während Studenten auch großzügig über Falten, Risse und übereinanderlappende Stöße hinwegsehen, reagieren andere Menschen da empfindlicher. Der häufigste Fehler des Hobbymalers: Raumecken falsch kleben. Hier lösen sich Tapeten besonders schnell – und man sieht es leider sofort.

  1. Sünde des Hobbymalers: „Abkleben nervt“
Unsauber abgeklebte Raumecken
So können Raumecken aussehen, wenn Hobbymaler am Werk waren und schlecht abgeklebt haben.

Dass manchmal die Vorbereitung mehr als die Hälfte der gesamten Arbeitszeit beansprucht, hat sich noch nicht bis in jeden Hobbykreis herumgesprochen. Will man also Wände, Zargen, Geländer oder Rahmen streichen, steht und fällt das Ergebnis mit dem richtigen Abtrennen der Flächen. Häufig benutzt der Hobbymaler Kreppband dafür. Dies sorgt aber nicht auf jeder Oberfläche für eine saubere Kante. Und natürlich muss man beim Abkleben präzise sein. Das hält mancher nervlich nicht durch – und manch anderer verlässt sich einfach auf seine ruhige Hand. Immer wieder sehen wir Wandfarbe auf Holz, Spritzer auf Fensterrahmen und Nachbesserungen, die alles noch schlimmer machen.

  1. Sünde des Hobbymalers: „Einmal streichen reicht doch“

Diese Philosophie ist leider nicht nur unter Hobbymalern verbreitet, sondern teils auch bei Profis anzutreffen. Es ist manchem lästig, mehrere Farbaufträge auf eine Fläche vorzunehmen. Wenn die Farbe aber decken und lange halten soll, sind zwei Durchgänge Pflicht. Mancher versucht, einfach dicker aufzutragen um sich den zweiten Arbeitsgang zu sparen. Im Innenbereich sieht man dann häufig unschöne Reliefs bis hin zu herablaufenden Nasen. Außerdem trocknen diese Schichten sehr ungünstig. Bei Fassaden ist die Schichtdicke entscheidend für das Ergebnis: Zu dick aufgetragene Farbe bildet schnell hässliche Haarrisse. Übrigens: Bei Fassaden sollte man sich außerdem immer für Schutzfarben entscheiden, die Moose, Algen und Pilze auf Abstand halten. Gute Farbe hat hier bis zu 7 Jahren Garantie.

  1. Sünde des Hobbymalers: „Farbe ist Farbe“

Das stimmt vordergründig. Aber es gibt große Unterschiede in der Verarbeitungsqualität. Meist merkt man gute Qualität auch am Preis – und damit gehen die Probleme los. Denn wenn sich Hobbymaler für das billigste Produkt entscheiden, dann haben sie nachher schlecht deckende Farben an der Wand. Dadurch ergibt sich ein uneinheitliches, oft streifiges Farbbild. Wer das ausgleichen will, muss oft viel mehr Zeit und Material investieren als mit einer guten Farbe.

  1. Sünde des Hobbymalers: „Wir nehmen einfach den Billigsten“

Der günstigste Anbieter, das weiß man gerade in Köln, ist selten der, der die besten Ergebnisse schafft. Wäre es so, dann hätten wir keine Dauerbaustellen und keine Pfusch-Diskussionen in der Zeitung. Bei einer ebenen Raufaserwand kann man natürlich wirklich nicht viel falsch machen. Pikanter wird die Sache bei komplizierten Ausführungen wie zum Beispiel der Betonoptik. Wir haben schon Beispiele gesehen, wo wir die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben: Das sah grau und schmutzig aus, aber nicht wie Beton – nicht einmal wie schmutziger Beton. Auch bei venezianischem Stuck, Spachteltechniken oder Motivmalereien ist höchste Vorsicht geboten, denn das Ergebnis kann sehr peinlich werden. Und nicht immer wird ein Unfall auch ein Touristenmagnet wie beim spanischen „Monchichi-Jesus“.

  1. Sünde des Hobbymalers: „Aus den Augen, aus dem Sinn“

Schimmelpilzbefall einfach mit Wandfarbe kaschieren? Die Versuchung ist groß, gerade bei Vermietern: Verdächtige Flecken einfach überstreichen lassen und damit ungesehen machen. Und tatsächlich verbindet mancher die Hoffnung, dass danach schon nichts mehr nachkommen möge. Aber der Gedanke geht nicht auf: Solange es einen Schaden gibt, der zu Feuchtigkeit und Schimmelpilzbefall führt, solange werden die Folgen immer neu sichtbar werden. Wir sehen sogar Latexfarbe auf feuchten Wänden, von „schlauen“ Hobbymalern aufgetragen, die dann Blasen wirft! Keine Farbe der Welt kann einen Bauschaden heilen. Hier braucht man einen guten Sachverständigen, bevor die Pinsel in Aktion treten. Wir werden oft zu misslungenen Schimmelpilzsanierungen gerufen, bei denen sich der Hobbymaler keine Gedanken über die Ursachen gemacht hatte.

  1. Sünde des Hobbymalers: „Lackieren ist wie streichen“

Daran, wie gut er lackiert, erkennt man einen Meister des Malerfachs. Früher, als Lacke mit Lösungsmitteln versetzt waren, waren Fehler verzeihlich und konnten lange korrigiert werden. Heute sind fast alle Lacke auf Acryl-Wasser-Basis hergestellt und trocknen sehr schnell. Wehe, wer da nicht zügig und präzise arbeitet. Auch die richtigen Walzen wollen eingesetzt werden. Lackieren ist zu einer Wissenschaft geworden, für die man Ausbildung und Praxis braucht. Natürlich kann hier auch der Hobbymaler einfach so den Pinsel schwingen. Aber das Ergebnis sieht dann auch entsprechend aus.

Kategorie: Malerarbeiten, Tapezierarbeiten Stichworte: Betonoptik, Farbe, Fassade, HEIDECKE MALERWERKSTÄTTEN, Hobbymaler, Lackieren, Malerfarbe, Schimmelpilz, Schimmelpilzbefall, Tapezieren, Todsünden des Hobbymalers

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